Computerspiele machen nicht gewalttätig – Gamer sind keine Verbrecher

(Piratenpartei Köln) Jüngst kostete die schrecklichen Attentatsserie in Norwegen Dutzende, vornehmlich junge Menschen, das Leben. Nach der Tat dauerte es nicht lange, bis Hinweise aufkamen, dass der Attentäter sogenannte „Killerspiele“ wie „World of Warcraft“ spiele. Es begann eine vor allem im Fall von Amokläufen Jugendlicher schon bestens bekannte Hysteriekette, die darin gipfelte, dass eine norwegische Handelskette vermeintlich gefährliche Computerspiele aus den Regalen verbannt hat.

In diesen Tagen ist Köln wieder einmal das Mekka für zehntausende Gamer, unter denen ein hoher Prozentsatz Spiele wie „World of Warcraft“ und andere spielt. Folgt man der Arithmetik vieler deutscher Politiker, vornehmlich aus dem konservativen Lager, treffen sich hier zehntausende potenzielle Attentäter und Amokläufer.

Dass dies ein Irrtum ist, hat mittlerweile sogar der Oberste Gerichtshof der USA erkannt. Die Richter haben das Verbot des Verkaufs von Actionspielen an Minderjährige in den USA für verfassungswidrig erklärt. Die Praxis zeigt, wie richtig die US-Richter liegen. Tatsächlich treffen sich in Köln zur gamescom hunderttausende völlig friedliche Menschen. An ihrer Seite steht die Piratenpartei, die sich seit langem gegen ein sinnloses Verbot von Actionspielen engagiert und fordert, die tatsächlichen Ursachen für Gewalt in unserer Gesellschaft zu bekämpfen.

Ein Vergleich: Niemand, der eine Bibel im Schrank hat, würde von Politikern zum Beispiel der CDU/CSU als potenzieller christlicher Fundamentalist gebrandmarkt werden. Gamern wird beim Spielen bestimmter Spiele jedoch sofort eine Neigung zur Gewalttätigkeit unterstellt. Die Frage ist, wer nun eigentlich den Unterschied zwischen Realität und den Phantasiewelten der Computerspiele nicht erkennt. Die vielen hunderttausend Gamer, die friedlich ihrem Hobby nachgehen, oder die ahnungslosen Politiker, die mit völlig unbegründeten und erst recht unbewiesenen Behauptungen politisch immer wieder zur Hetzjagd auf die Gamer aufrufen? Für die Piratenpartei steht die Antwort fest.

Es ist eine Hetzjagd, die die wahren Probleme in unserer Gesellschaft verschleiert. Wenn in Europa die Jugend derzeit verstärkt auf die Straße geht, dann passiert das nicht wegen des Spielens von „World of Warcraft“. Es passiert aufgrund der Massenarbeitslosigkeit bei Jugendlichen und der damit verbundenen Perspektivlosigkeit. Es passiert, weil sie sich von der Gesellschaft im Stich gelassen fühlen. Gewalt geht nicht zuletzt auf ein Umfeld zurück, in dem Jugendlichen von der Politik wegen angeblicher Sparzwänge viele Freizeitangebote weggekürzt wurden, was bei vielen Alltagsfrust schürt.

Für die Piratenpartei steht fest: Gewaltbereitschaft entsteht nicht durch Computerspiele, sondern unter anderem durch gesellschaftliche und berufliche Perspektivlosigkeit. Hier gilt es anzusetzen. Ein Verbot von Actionspielen und die pauschale Kriminaliserung hunderttausender Gamer als mögliche Verbrecher werden die Probleme in unserer Gesellschaft nicht lösen.

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